Wirken in Mannheim

 

Abgeordnete im Parlament

Im Badischen Landtag und im Reichstag vertrat Ludwig Frank seine Partei SPD.
Er entwickelte sich in seiner Partei SPD zu einem Wortführer des süddeutschen Reformismus und wurde zum Organisator der sozialistischen Arbeiterjugendbewegung.

Reformismus bedeutet "das eine geringe Anzahl von Arbeitern gegen die Masse des Proletariats geht."
Die Beseitigung diskriminierender Wahlrechtbestimmungen hatte für Ludwig Frank einen besonderen Stellenwert. Das bedeutet das bestimmte Personen vom aktiven und passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden, obwohl sie an sich (vom Alter, der Staatsangehörigkeit oder dem Wohnsitz her gesehen) wahlberechtigt wären. Außerhalb Süddeutschlands stieß die reformistische Strategie in weiten Teilen der Sozialdemokratie auf entschiedene Kritik. In der zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung bekleidete Ludwig Frank hinter seinem Freund Wilhelm Kolb das Amt des Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und von dieser Position aus gestaltete er die politische Entwicklung in Baden maßgeblich mit. Er besuchte als Vertreter der badischen Sozialdemokratie den internationalen Sozialistenkongress am August 1904 in Amsterdam. Im Oktober desselben Jahres rückte er für die SPD in den Mannheimer Bürgerausschuss ein.

1907 zog er als Abgeordneter für Mannheim in den Reichstag ein. In Mannheim, der „Hochburg der badischen Sozialdemokratie“, betätigte sich Frank nicht allein in Organisationen der SPD, sondern engagierte sich auch in Institutionen, die zum geistig-kulturellen Leben der Stadt beitrugen. Frank war Mitgründer der Gartenvorstadt-Genossenschaft Mannheim. Im Oktober 1904 gründete Frank den „Verband junger Arbeiter Mannheims.“

Prägend für ihn und die gesamten badischen Parteigliederungen war dabei die Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien.
Als Großblock-Politik bezeichneten Zeitgenossen das gemeinsame Agieren von Sozialdemokraten, Freisinnigen und Nationalliberalen. In der SPD Badens und Süddeutschland waren die Sozialdemokraten weitgehend akzeptiert. Im Reich, insbesondere in Preußen und Sachsen, stieß eine solche Politik jedoch auf starke Ablehnung, denn die politischen Verhältnisse in diesen Bundesstaaten waren weitaus weniger liberal.

Nils W., Felix K. (beide 9d)