Einsatz für die Arbeiter

 Ludwig Frank und seine politische Karriere

1.Was wollte Ludwig Frank verändern ?
Ludwig Frank wollte das Wahlrecht unter anderem in Preußen ändern. Die Wahlberechtigung und Wählbarkeit hatten männliche Preußen, die das 24. Lebensjahr vollendet haben, seit 6 Monaten in Preußen einen Wohnsitz haben und nicht durch ein rechtskräftiges Urteil die bürgerlichen Rechte verloren haben oder nicht auf Armenhilfe angewiesen waren. Was er ebenfalls verändern wollte war die Freiheit der Vereinsbildung, wodurch die Jugendvereine etc. begünstigt wurden. Auch dazu gehörten die Koalitionsfreiheit, die 1845 von der Preußischen Gewerbeordnung verboten und bestraft wurde (§§181-184) und das Streikrecht zu Lohn- und Arbeitsforderungen.
Zur Erreichung besserer Konditionen wurden Mindestlöhne, Achtstundentage und eine Fünftagewoche angestrebt. Schritt für Schritt wurden diese Ziele durch langwierige Streiks und Verhandlungen erreicht.


2. Welche Organisationen etc. hat er dafür gegründet?
Als Lehrling mussten viele 13 bis 14 Stunden am Tag arbeiten dafür bekamen sie jedoch nur einen geringen Lohn. Mit Abschluss der Lehre wurden Lehrlinge meist entlassen mit geringer Aussicht auf Arbeit deswegen gründete Ludwig Frank 1904 in Baden den Verein Junger Arbeiter Mannheims. Zum Vorbild nahm er sich die belgischen Jugendarbeiterbewegungen für seine Aktivitäten in Baden. 1905 entstanden weitere, vergleichbare Vereine, wie zum Beispiel der in Berlin gegründete Verein der Lehrlinge und Jugendlichen Arbeiter, der bereits 500 Mitglieder zählte. Die örtlichen Jugendarbeitervereine trafen sich erstmals im Februar 1906. Sie gründeten den Verband Junger Arbeiter Deutschland mit Sitz in Mannheim. Er veröffentlichte die Zeitschrift „Die Junge Garde“. Dies war das Blatt der Vereine. Ende September 1906 wurde die erste Generalversammlung abgehalten. 37 Vereine stellten 52 Teilnehmer. Die Mitgliederanzahl lag etwa bei 3000. 1907 rief er zu einer internationalen Konferenz der sozialistischen Jugendorganisationen in Stuttgart auf . 1908 wurden diese Vereine durch die Vereinsgesetzgebung (Reichsvereinsgesetz) indirekt verboten. Trotz "nur" 3000 Mitgliedern erreichte die Zeitschrift 9000 Abonnenten, diese erhielten ihre Zeitschrift ("Die Junge Garde") nicht mehr.

3. Hat Ludwig Frank etwas verändert?
Ludwig Frank hat durchaus etwas verändert, die Lage der Arbeiter hat sich nach seinem Tod im Krieg deutlich verbessert. Er reformierte die Einkommenssteuer, indem Leute die weniger verdienen weniger Steuern zahlen müssen, als diejenigen die mehr verdienen. Ebenfalls wurde das Wahlrecht reformiert. Die SPD versuchte das Muster der Reichtagswahl auf Preußen zu übertragen, was auch im Laufe der Zeit gelang. Nur wenige Jahre nach Ludwig Franks Tod gelang es in diesen Bereichen Veränderungen zu erzielen. Es fand also eine Art von Revolution statt.


Kevin N., Claudio Z., Marcel K. (alle 10d), Ozan G. (9b)

 

Der Verein der Jungen Arbeiter

Im ehemaligen Eckhaus S 4, 8-9 befindet sich Anfang des 20. Jahrhunderts das Gasthaus „Zur Bergstraße“. Im Oktober 1904 wird hier von rund 25 jungen Arbeitern der Verein der Jungen Arbeiter Mannheims gegründet. Er ist der erste deutsche Arbeiterjugendverein. Die Idee dazu hat Dr. Ludwig Frank vom Internationalen Sozialistenkongress in Amsterdam mitgebracht. Er lädt gemeinsam mit dem Turnwart der Freien Turnerschaft Franz Häußler an einem Sonntag Anfang Oktober 1904 in das Restaurant „Zur Bergstraße“ ein. Der Einladung folgen etwa 25 junge Arbeiter, die noch während der Versammlung den Verband Junger Arbeiter Mannheims beitraten und damit einen der ersten deutschen Arbeiterjugendvereine gründen und eröffneten.

Nach der Entstehung weiterer Vereine in anderen Städten erfolgt der Zusammenschluss im Verband Junger Arbeiter Deutschlands mit Sitz in Mannheim, der Vorsitzende wird Bruno Wagner. Es dürfen jetzt auch Frauen Mitglieder werden. Die Anzahl der Frauen stieg nie über 10 % der gesamten Mitglieder.

Ab dem 1. April 1906 erschien die Zeitung „Die junge Garde“ unter der Redaktion von Ludwig Frank.

Unter dem Druck eines Vereinsgesetzes muss sich die Arbeiterjugend-Organisation 1908 auflösen.


Das Vereinsgesetz
Der Verein darf frei gegründet werden, wenn er nicht gegen das Vereinsfreiheitsgesetz verstößt. Das Vereinsgesetz gilt nur für Vereine die aus juristischen oder normalen Personen, die sich freiwillig zusammengeschlossen haben. Ein Verein ist erst dann verboten wenn der Verein von der Verbotsbehörde festgestellt und die Tätigkeit dem Strafgesetz widersprechen. Dies kann nur Bundesinnenminister bestimmen. Wenn der Verein verboten ist wird das Vereinsvermögen eingezogen der Verein geschlossen.

Von Nicklas S., Jonathan C., Devon B., Noah G. (alle 8e), Luca H. (8d)