Der 1. Weltkrieg

Ludwig Frank schrieb am 2. August 1914 folgendes an Wilhelm Kolb:

"Ich reise morgen nach Berlin ab. Am Dienstag tritt der Reichstag zusammen. Ich werde unter allen Umständen durchzusetzen suchen, dass die Fraktion für die Kriegskredite stimmt. Im Notfall die Süddeutschen allein!"

Ludwig Frank hielt in Mannheims größtem Festsaal im Rosengarten, vor tausenden Leuten seine Friedensrede:

"Wir "vaterlandslosen" Gesellen wissen aber, dass wir, wenn auch Stiefkinder, so doch Kinder Deutschlands sind und dass wir unser Vaterland gegen die Reaktion erkämpfen müssen. Wenn ein Krieg ausbricht, so werden also auch die sozialdemokratischen Soldaten gewissenhaft ihre Pflicht erfüllen."

Ludwig-Frank meldete sich freiwillig zum Krieg, um seinem politischen Wunsch persönlichen Einsatz hinzufügen und war davon überzeugt, nach dem Sieg des Krieges etwas verändern zu können. Er dachte, dass er nicht mehr das Recht habe, am Aufbau des neuen Deutschlandes teilzunehmen, wenn er nicht mit ins Gefächt ziehen würde. Deshalb schrieb er am 23. August in einem Brief:

[…] "ich weiß nicht, ob auch die französischen Kugeln meine parlamentarische Immunität achten. Ich habe den sehnlichen Wunsch, den Krieg zu überleben und dann am Innenausbau des Reiches mitzuschaffen. Aber jetzt ist für mich der einzig mögliche Platz in der Linie in Reih und Glied."

Doch leider wurde Ludwig Frank schon am ersten Tag an der Front nach Kriegsbeginn am Kopf erschossen. Er fiel beim ersten Einsatz in Lothringen mit weiteren zwei Millionen deutscher Soldaten.

Auch Jahrzehnte später wurde seiner in Form von Erinnerungsschriften gedacht. Diese wurden oft zu runden Geburts- oder Todestagen von Ludwig Frank gehalten.

Im September 1964 zum 50. Todestag Franks hielt Carlo Schmid eine Rede, in der er behauptete, dieser sei „aus der Geschichte des badischen Landespolitik vor 1914, der Geschichte des Reichstags, der Geschichte der Sozialdemokratie nicht wegzudenken. Vieles, was Frank konzipiert und vorweg gesehen habe, hätten spätere Generationen verwirklichen können.“
Theodor Heuss, ein Freund von Frank, gedachte ihm und schrieb:

"Die deutsche Volkszukunft verlor einen ihrer stärksten und notwendigsten Führer."

Ludwig Frank († 3. September 1914 bei Nossoncourt nahe bei Baccarat in Lothringen; Jude)

Hyeokjin L. (8b), Maximilian K. (8c), André P. (8d), Christian W. (8a), Yunis B. (9b), David B. (8c)